Fließpressen –wir können mitDruck umgehen

Fließpressen – das Verfahren

Eine Vorstellung, welche nicht alle Menschen haben dürften ist, dass mit sehr vielen Werkstoffen eine plastische Formänderung möglich ist. Beim Fließpressen – einem Masssivumformverfahren – wird auf einer ein- oder mehrstufigen Presse Druck auf das Werkstück ausgeübt und nach Überschreiten der elastischen Formänderung eine bleibende Verformung des Teiles erzielt. Im Falle eines mehrstufigen Umformprozesses wird dieses Teil dann in die nächste Stufe transportiert und erfährt hier erneut eine Umformung.

Hierbei entstehen Teile mit äußerst guter Maß- und Formtoleranz, einer sehr guten Oberfläche sowie – für die meisten Anwendungsfälle von Vorteil – einer, durch Kaltverfestigung resultierenden, gestiegenen Härte.


Die Unterteilung des Verfahren

Die Unterteilung der Fließpressverfahren erfolgt zum Einen durch die Richtung des Materialflusses bezogen auf die Wirkrichtung der Maschine (Vorwärts-, Rückwärts- und Querfließpressen) sowie durch die Werkstückgeometrie in Voll-, Hohl-, und Napf-Fließpressen. 

Vorwärts-Voll-Fließpressen

Vorwärts-Napf-Fließpressen

Vorwärts-Hohl-Fließpressen

Rückwärts-Voll-Fließpressen

Rückwärts-Napf-Fließpressen

Rückwärts-Hohl-Fließpressen

Quer-Napf-Fließpressen


Vorteile Kaltfließpressen

  • Kostengünstiges Verfahren bei Großserien durch schnelle Taktzeiten und geringem oder gar komplett wegfallendem Materialverlust
  • Besseres Oberflächenfinish (Zerspanen ca. 10 – 15 µm; Schleifen ca. 1 – 10 µm; Fließpressen ca. 0,3 – 3,5 µm)
  • Kaltverfestigung und somit gegebenenfalls Wegfall von Vergütungsprozessen
  • Kaltumformteile selbst mit komplexen Geometrien herstellbar wie z. B. mit Hinterstichen, asymmetrische Konturen etc.